Nicht alles, was man in deutschen Landen als Fremdsprache erwirbt, ist tatsächlich sinnvoll anzuwenden. Das merkt man spätestens dann, wenn man in einer englischen Bank einer englischen Bankfachangestellten die gemeinsam zu lösende Problematik mit einem fröhlichen „You has monniez. I has not.“ darstellt.
Wenn der geneigte Leser sich an dieser Stelle einen zart angerosteten VW Käfer vorstellt, der von sich zu sagen weiß: „Tuuuut, ich bin ein Auto.“, dann kommt er der Reaktion eben jener zwar englischen, jedoch nicht sonderlich problemlösungsorientierten Bankfachangestellten hinreichend nahe.
Generell ist das Sprüchereißen in ausländischen Gefilden eine reichlich mühselige Angelegenheit, sofern man es drauf anlegt, verstanden zu werden. Zu groß die Unterschiede gleich welcher Art und letztlich, da muss man sich nichts vormachen, ist man der Ausländer und damit sowieso erst einmal der Doofi. Der Ethnozentrismus ist nun einmal keine deutsche Erfindung.
Kritisch wird es aber erst, sobald man die Grenze von Gibraltar hinter sich lässt. Während der Brite einfach seinen charmanten VW-Käfer-Blick aufsetzt, darfst du beim Spanier zu Deeskalationszwecken erst einmal dein bestes Powerenglisch auspacken, um irgendwann festzustellen, dass er ja eigentlich überhaupt kein Englisch spricht.
Mei, man wird doch wohl noch fragen dürfen, warum hier lauter Ausländer rumlaufen und ob jetzt Krieg sei. Also ich fand’s lustig.
Am besten du unterhältst dich nur noch über das Wetter. Es ist zu warm, zu kalt, anders als gestern und morgen sowieso, in Deutschland liegt Schnee und weiß der Geier was. Sicher stellt sich dir hin und wieder die Frage, ob sich dein Gegenüber genauso bescheuert vorkommt, wenn ihr euch zum drölfzigsten Male im besten Powerenglisch über das hiesige und diesige Wetter auslasst, aber ein Dialog ist halt keine Teilmenge von dem, was gesagt werden kann, sondern von dem, was verstanden werden kann.
Oder du sprichst einfach Deutsch. Schon allein der Umstand, dass die Supermarktbedienung nicht weiß, was „Schnittchen“ bedeutet, bietet reichlich Anlass zu allerlei erbaulichem Schabernack. In diesem Sinne kehrt sich der Nachteil der Sprachbarriere zum Vorteil. Auf einmal kannst du alles sagen, was du schon immer sagen wolltest. Du musst nur drauf achten, dass dich keiner versteht.
Achso und Beats, Brags, Variance… Ja keine Ahnung. Sitz grad gut besonnt auf der Dachterrasse, starr aufs Mittelmeer und nächstes Wochenende kommt eine 80e eingefliecht, die jüngst reich geerbt hat. Zählt das für eine der drei Kategorien? Is halt Reallife, aber so schlecht ist das gar nicht, wie die Leute immer sagen.
Wenn ich’s geschickt anstelle, darf ich vielleicht sogar mal ihr Händchen halten. Hat wer irgendwelche Tipps? Besonders wie ich vor Aufregung nicht so schwitzige Hände krieg und am besten auch so besondere Händchenhaltrumkriegtechniken. Am besten was NLP-mäßiges oder so von diesen Händchenhalt-Artisten aus den vereinigten USA. Da hört man ja voll viel von in letzter Zeit.




